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Grazer Bundesheer-Kaserne wird zu Gemeindewohnbau und Pflegeheim

Weitere Kasernen dürften in den nächsten Jahren ebenfalls aufgelassen werden

Graz – In Graz geht eine Bundesheer-Kaserne dem Ende ihrer militärischen Nutzung entgegen. Nach dem Feldzeuglager in Puntigam, heute eine Wohnsiedlung, gibt es  für die Hummel-Kaserne im Stadtbezirk Wetzelsdorf den „Zapfenstreich“. Das dort noch gelagerte Gerät wurde auf Kasernen in ganz Österreich verteilt.  Die wenigen noch hier diensttuenden Soldaten und Lagerarbeiter wechseln in andere Grazer Kasernen.

Die künftige Nutzung ist ziviler Natur: Die Stadt Graz erwarb von der SIVBEG (Strategische Immobilien Verwertungs-, Beratungs- und EntwicklungsgesmbH) den nördlichen Teil im Ausmaß von gesamt 60.000 rund 38.000 Quadratmeter, um den Preis von 2,7 Millionen Euro. Darauf sollen 90 Gemeindewohnungen und ein Pflegeheim mit 100 Betten entstehen. Ihre militärischen Anfänge hatte die Hummel-Kaserne in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Exerzierplatz, die Gebäude wurden später errichtet. Das Heer übernahm die Objekte 1957.

Weitere Liegenschaften werden aufgelassen

Die nächste aufzulassende Liegenschaft wird der Fliegerhorst Nittner sein, dessen militärische Nutzung Mitte 2013 endet, so der steirische Militärkommandant, Brigadier Heinz Zöllner. Derzeit würden dort noch Wartungsarbeiten für die Saab 105 Oe durchgeführt, diese soll aber Richtung Zeltweg wandern. Das Areal werde auch noch für Ausbildungs- oder Fahrschulzwecke für Rekruten genutzt, wenn in Graz alles belegt sei, so Zöllner. Ein Konsortium aus steirischen, türkischen und ukrainischen Wirtschaftstreibenden hatte 2007 Interesse an dem Areal zum Zwecke des Umbaus von Antonov An-124 Frachtjets gezeigt. Das Projekt versandete aber.

Die Hadik-Kaserne im oststeirischen Fehring beherbergt derzeit zwei motorisierte Aufklärungskompanien des Aufklärungsartillerie-Bataillons 7 (AAB 7) mit Kommando im nahen Feldbach. Aufgelassen werden könnte sie, wenn entsprechende Ersatzbauten in Feldbach zur Verfügung stünden. Davon ist aber laut Militärkommando Steiermark noch nichts zu sehen. Die Frage hier ist auch, wie viele Artillerieeinheiten mit M-109 A5Ö Panzerhaubitzen nach der Reduzierung der Panzertruppe in welchen Garnisonen übrig bleiben. Die einzige von der die Verkäufe von Heeresarealen abwickelnden SIVBEG derzeit noch zum Verkauf abgebotene steirische Immobilie ist die Kirchnerkaserne mit laut Homepage „geplantem Verkauf 2013/2014“. Dort befinden sich noch Teile des Versorgungsregiments 1. Auch hier spielt die geplante Panzerreduzierung eine Rolle: Würden die noch in der Hackher-Kaserne in Gratkorn nördlich von Graz befindlichen Jagdpanzer „Kürassier“ ausgeschieden, wäre dort Platz für Werkstätten, Material und Soldaten der Kircher-Kaserne. (derstandard.at)

St. Pöltner Kopal-Kaserne wurde verkauft

Architekt Eberhardt erwarb das Areal im Süden der Landeshauptstadt um 12,8 Millionen Euro

St. Pölten – Die Kopal Kaserne in St. Pölten, die erst im Mai mit vermindertem Mindest-Kaufpreis (11,5 statt 17,9 Mio. Euro) neu ausgeschrieben wurde, ist verkauft worden. Drei Angebote seien gelegt worden, in den Verhandlungen habe sich der Kremser Architekt und Bauunternehmer Julius Eberhardt (sein Unternehmen errichtete unter anderem das Staatsarchiv) mit rund 12,9 Mio. Euro als Bestbieter herausgestellt, teilte die SIVBEG (Strategische Immobilien Verwertungs-, Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft) am Dienstag mit. Die Verträge seien bereits unterschrieben.

Die Kopal Kaserne befindet sich unmittelbar an der Westautobahn (Ausfahrt St. Pölten Süd) am südlichen Stadtrand von St. Pölten und hat eine Gesamtfläche von rund 336.000 Quadratmetern. Zur Liegenschaft gehört auch die ehemalige Panzerstraße von der Kaserne zum Übungsplatz Völtendorf. Was künftig mit dem Areal geschehen soll, ist noch nicht bekannt.

Die SIVBEG ist eine Tochter des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport (BMLVS, Anteil 55 Prozent) und der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG, Anteil 45 Prozent). Im Zeitraum zwischen 2006 und 2011 wurden von der SIVBEG in Niederösterreich 23 Liegenschaften des österreichischen Bundesheeres um rund 39 Mio. Euro verkauft – Österreichweit 111 Heeresliegenschaften um 164 Millionen Euro. (derstandard.at)